Aufstellung

Seit 1955 besitz die Republik Österreich ein Bundesheer, welches auf dem Fundament der Wehrpflicht beruht und sich auf einen, in seiner Intensität wechselnden, Milizanteil abstützt. Nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes und dem Ende des Kalten Krieges in Europa ist der Bedarf einer mannesstarken bewaffneten Macht scheinbar weggefallen.

Die Terroranschläge des 11. September 2001 haben gezeigt, dass eigentlich nur die konventionelle Bedrohung abgeflaut ist, jedoch unkonventionelle Bedrohungen, in Form von internationalem Terrorismus und organisierter Kriminalität, aktiver und wahrnehmbarer werden. Seither haben diese Gruppierungen verschiedene Gesichter angenommen und sind in unterschiedlicher Form aufgetreten – von aus Einzelpersonen bestehenden Terrorzellen, bis hin zum flächenstaatähnlichen Gebilde des so genannten IS, der zeitweise weite Teile Syriens und des Irak kontrollierte. Auch sind neben Frankreich, Großbritannien, Russland, Spanien und den USA schon längst auch Staaten wie Deutschland, Dänemark und Norwegen Opfer von Terror geworden. Stets war die unbewaffnete und unschuldige Zivilbevölkerung das Ziel solcher Angriffe.

Um diesen neuen Bedrohungsszenarien der letzten Jahre entgegenzutreten, wurde die Miliz des Bundesheeres umgestaltet. Diese Neuausrichtung sieht eine Erhöhung der bereitstehenden und trainierenden Kräfte vor, welche vor allem den Schutz von militärischer und ziviler Infrastruktur wahrnehmen soll. Wenn die Miliz also gerufen wird, schützt sie wichtige Versorgungs- und Verkehrsnetze.

Um diese neuen Aufgaben zu bewältigen, wurde seit 2016 neben 11 Weiteren auch die selbstständige Jägerkompanie W13 aufgestellt. Da diese nach dem 13. Wiener Gemeindebezirk benannt ist, wird die Kompanie oft auch umgangssprachlich „Jägerkompanie Hietzing“ genannt.

 

Gliederung

Das mobilmachungsverantwortliche Kommando der Jägerkompanie Hietzing ist das Gardebataillon, kurz die Garde. Diese kümmerte sich in der ersten Phase der Aufstellung 2016 vor allem um die Rekrutierung von Milizsoldatinnen und Milizsoldaten und betreute die Ausbildung und die Übungen. Der aktuelle Schwerpunkt liegt nun bei Ausbildungsunterstützung, sowie der Personal- und Geräteverwaltung.

Die Jägerkompanie Hietzing ist keinem übergeordneten Verband (Bataillon oder Brigade) zugeordnet und würde nach einer Aktivierung durch das Militärkommando Wien geführt werden.

Die Jägerkompanie Hietzing umfasst Kommando- und Versorgungselemente als Führungs- und Einsatzunterstützung. Als kämpfende Elemente stehen ihr eine verstärkte Scharfschützengruppe sowie fünf Jägerzüge zur Verfügung. Damit hat die Jägerkompanie eine Sollstärke von 205 Personen. Der aktuelle Befüllungsstand der Jägerkompanie liegt bei über 90 Prozent.

Organigramm

33875333_1071491783005010_8546289224532361216_nDie Kommandogruppe unterstützt den Kompaniekommandanten bei der Führung der Kompanie. Sie errichtet und betreibt den Kompaniegefechtsstand, welcher das Lagezentrum der Kompanie darstellt. Hier werden Befehle und Informationen zusammengeführt und Aufträge für die Kampfelemente ausgegeben. Die Kommandogruppe wird durch den Kommandogruppenkommandanten geführt.

 

 

 

IMG-20160810-WA0008Die Versorgungsgruppe unterstützt die Jägerkompanie, indem sie die Verwaltung durchführt und erste Instandsetzung der Bewaffnung, Fahrzeuge und Ausrüstung veranlasst. Ebenso wird durch die Versorgungsgruppe die Versorgung der Kampfelemente gewährleistet. Hier ebenso eingebettet: die gesamte sanitätsdienstliche Versorgung der Kompanie.

 

 

 

IMG_0655Die Scharfschützen sind die Augen und Ohren des Kompaniekommandanten. Durch ein fundiertes Auswahlverfahren erkannt, durchlaufen die Scharfschützen ein körperlich und psychisch forderndes Training. Ausgestattet mit einer unerschütterlichen Ruhe und im Wissen, dass sie sich auf ihre Scharfschützenkameraden bedingungslos verlassen können, rücken sie als Erste der Kompanie aus. Klären auf und Erkunden, um zu garantieren, dass es keine Überraschungen gibt.

 

 

 

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Wenn die Kommandogruppe das Gehirn, die Versorgungsgruppe der Magen und die Scharfschützen die Augen der Kompanie sind, sind die Jägerzüge die Fäuste. Ausgestattet mit Panzerabwehrfähigkeiten und Maschinenwaffen, können diese jede Bedrohung auf eine Einrichtung abwenden. Oftmals ist der Auftritt eines entschlossenen Jägers mit seiner Einzelbewaffnung ausreichend, um Bedrohungen abzuwehren.

 

 

 

Leitbild der Jägerkompanie Hietzing

Die Neue Miliz wurde seitens des Österreichischen Bundesheeres mit der Intention aufgestellt, dass sie mit ihrem mobilmachungsverantwortlichen Kommando eine enge Partnerschaft pflegt und damit sowohl neue aktuelle Verfahren rasch umsetzen kann, als auch den einzelnen Soldaten eine militärische Familie geben soll. Mit der namentlichen Zuordnung soll auch der regionale Bezug hergestellt werden, wobei die Soldaten besonders in ihrem Bezirk versiert sind, jedoch mit dem Wissen um Techniken in ganz Österreich eingesetzt werden können.

Milizsoldaten werden in der Öffentlichkeit als „Bürger in Uniform“ bezeichnet. Milizsoldaten gehen einem zivilen Hauptberuf nach und haben sich verpflichtet, im Bedarfsfall den Dienst an der Waffe zu leisten. Hierzu nehmen sie an Übungen teil, um militärische Fähigkeiten zu erlangen und zu erhalten.

Um die Einbettung in die zivile als auch militärische Gesellschaft zu leben und diese mit familiären Situationen zu verbinden, haben die Soldaten der Jägerkompanie Hietzing eine Vision formuliert:


Die Jägerkompanie W13 geht ihren militärischen Aufträgen unter Bedacht des privaten Umfeldes nach, um unseren Staat und unser Volk zu schützen. Das militärische Gefüge innerhalb der Kompanie ist der Grundstein für den Erfolg. Die Einsatzfähigkeit der Kompanie steht und fällt mit dem Rückhalt in der Familie.

– Vision der Kompanie –


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Ein nobles Ziel bleibt trotz beherzter Formulierung jedoch nur ein Lippenbekenntnis, wenn es nicht mit einer entsprechend nachvollziehbaren, erreichbaren und klaren Mission hinterlegt ist. Hierzu wurden drei Missionen formuliert, die einfach und klar verständlich die Umsetzung unserer Vision gewährleisten sollen.

  1. Mit gemeinsamem Training bilden wir das richtige Team für jeden Auftrag.
  2. Durch umfassende Aus- und Weiterbildung verbessern wir unsere Fähigkeiten im militärischen Bereich, genauso aber auch für den zivilen Arbeitgeber.
  3. Die Sicherung der Infrastruktur bildet die Basis zum Schutz unserer aller Familien.

Unser Einsatz ist dein Schutz!

– Leitspruch der Kompanie –


Ausbildung innerhalb der Jägerkompanie

Nachdem die Miliz reorganisiert wiederaufersteht und heute erneut tragende Rollen wahrnehmen möchte, verlangt es auch entsprechende qualitative Maßnahmen, um diese Entwicklung zu unterstützen.

Tragendes Medium der Sicherheit, welche das Österreichische Bundesheer kommunizieren möchte, ist der einzelne Soldat. Aus diesem Grund werden in der Jägerkompanie viele Ausbildungen für alle Soldaten unabhängig ihres Dienstgrades angeboten, um alle in ihren militärischen Fähigkeiten weiterzubringen. Dabei wird auch stets versucht, die Fähigkeiten auch so zu vermitteln, dass sie im zivilen Kontext ebenso bedeutsam sind. Die Ausbildung umfasst mehrere Ausbildungstage, die über das Jahr verteilt stattfinden. Praktisches Handeln ist hierbei wichtig. An den Ausbildungstagen wird mit der regulären Ausrüstung gelernt und geübt. Dabei lernen unsere Soldaten Fähigkeiten wie zielgerichtetes Kommunizieren über Fernmeldeeinrichtungen, rasches Reagieren in Situationen, erweiterte Erste Hilfe, Beruhigung von Menschenansammlungen und das Herstellen und Erhalten des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung.

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Unsere Kommandanten können im Rahmen von Geländebesprechungen die Infrastruktur in Wien besichtigen und dabei Schlussfolgerungen für mögliche Einsätze ziehen. Dabei wird  auch methodisches und projektorientiertes Problemlösen gefordert und gefördert. In Simulator gestützten Übungen werden weiters Entscheidungsfreude und rasche Lageanpassungen erlernt und in psychischen Stresssituationen gefestigt.

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Die Übungen der Jägerkompanie finden alle zwei Jahre statt und dauern mindestens eine Woche. Hierbei werden die an Ausbildungstagen erlernten Inhalte wiederholt und angewandt. Die Kommandanten können ihr planungstechnische Wissen und die Erfahrungen der Computersimulation praktisch mit ihren Organisationselementen erproben und Erfahrungen in der Menschenführung sammeln.

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Um sich gegenseitig und auch die Familien hinter den Soldaten besser vor dem Einsatz kennenzulernen, finden über das Jahr entsprechende Veranstaltungen statt, etwa der Kompaniegrillabend und der Sommerempfang oder ein Jahresabschluss.

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Eine Kompanie ist nur so stark wie der einzelne Soldat. Je besser daher jeder einzelne Soldat ist, umso besser funktioniert die Kompanie.

Wir sprechen dich an? Du bist zwischen 20 und 30 Jahre und möchtest dein Land und seine Bevölkerung schützen, jedoch nicht Berufssoldat werden? Du teilst unsere Werte und bist bereit mehrere Tage im Jahr dafür zu investieren? Als Angehöriger der Jägerkompanie Hietzing trägt man nicht immer Uniform, aber man ist immer Soldat im Herzen!

Melde dich bei uns! Wir suchen motivierte Schützen und Gruppenkommandanten!

Werde noch heute ein Hietzinger!